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Was kann man von Paris Saint-Germain im Bezug auf Markenaufbau lernen?

04.05.2021 von Robert Pacher
Eine der beliebtesten Sportarten auf der Welt ist Fußball. Hierbei denkt man nicht nur an hohe Spielergehälter, eine Super-League und astronomische Ablösesummen. Man denkt auch an Traditionsvereine wie Hannover 96, Schalke 04, den HSV oder den 1. FC Köln.


Man kann behaupten, dass der Fußball von der Tradition und der daraus resultierenden Emotion lebt, allerdings gibt es im Fußball immer mehr Kommerzklubs. Ein bekanntes Beispiel für einen Kommerzklub ist RB Leipzig (Rasenballsport Leipzig). Die Gründung des Vereins erfolgte im Jahr 2009 und gehört der Red Bull Familie an.

Es gibt allerdings auch Vereine, die auf eine lange Vereinszeit zurückblicken und im Laufe des letzten Jahrzehnts zu einem Kommerzklub wurden. Bekannt hierfür sind Vereine wie TSG 1899 Hoffenheim (1899), Manchester City (1880) und der FC Chelsea (1905). Und dann gibt es noch Paris Saint-Germain. Ein Klub, der so gut wie keine Geschichte hat und sich zum Kommerzklub entwickelte.




Die Gründung von Paris Saint-Germain (PSG) erfolgte im Jahr 1970. Damals tat sich eine Gruppe Pariser Persönlichkeiten zusammen, die den Wunsch hatten, einen angemessenen Klub zu erschaffen. Grund dafür war, dass Paris keine Rolle in der Fußballwelt spielte, was für die Hauptstadt natürlich ein Skandal war.

In Zuge dessen entstand eine Petition, wo sich 20.000 Bürger der Hauptstadt anschlossen und unterschrieben. Der Wunsch nach einem Fußballverein war damals enorm groß. Somit entstand der Klub Paris FC, der damals schon Finanziers hatte. Allerdings gab es einige Problem im Klub. Dadurch entstand die Fusionierung mit Stade Saint-Germain, der damals in der zweiten französischen Liga spielte. So änderte sich der Name von Paris FC auf Paris Saint-Germain FC.


Erfolglos, aber begehrt!

Trotz der ausbleibenden Erfolge stieg der bekannte Designer Daniel Hechter bei Paris im Jahr 1973 ein. Dieser entwarf auch später das Logo von PSG. Außerdem war er für die Farbgebung des Vereins verantwortlich. Das unverkennbare Marineblau, kombiniert mit roten Streifen stammen von ihm.



Schon damals ein Glamourklub

PSG wurde über die Jahre immer mehr zu einem Glamourklub, der polarisierte und etliche Stars ins Stadion zog. Richard Niederbacher erzählte im Spox Interview, dass der Modeschöpfer Yves Saint Laurent in die Kabine kam und Unterwäsche verteilte. Diese Unterwäsche war für die Spiele gedacht, da sie spezielle Shorts der Marke LE COOQ SPORTIF ohne Innenhosen hatten, weshalb sie diese Unterwäsche benötigten.

Obwohl PSG bis dato keine großen Erfolge feierte, kamen trotzdem namhafte Spieler im Kader vor. Man kann also sagen, dass neben dem zum Teil prominenten Publikum nun auch immer prominentere Neuzugänge folgten.


Der Weg zu einer begehrenswerten Marke

Im Jahr 2011 wurde PSG von Qatar Sports Investments (QSI) für 70 Mio. € gekauft. Im Jahr 2020 wurde der Wert von PSG auf 3 Mrd € dotiert. Doch wie gelang es PSG und QSI so eine Wertsteigerung zu vollziehen?

Der neue Präsident, Nasser Al Khelaifi, verfolgte das Ziel, den Klub zu einer globalen Sportmarke aufzubauen. Der Klub investierte astronomische Summen in neue Spieler und Gehälter. In den ersten Jahren kamen Spieler wie David Beckham, Zlatan Ibrahimovic, Thiago Silva, Edison Cavani und noch viele weitere.

Im Jahr 2017 zahlte PSG die bis dato höchste Ablösesumme der Welt. In diesem Jahr kam das brasilianische Ausnahmetalent Neymar von Barcelona zu PSG und das für sagenhafte 222 Mio. €. Im selben Jahr schloss sich Kylian Mbappé dem Verein an. Der Umsatz von PSG steigerte sich über die Jahre von weniger als 100 Mio. € auf gut 700 Mio. €. 

Die Transfers dieser namhaften Spieler ließen aufhorchen und so wirkte PSG begehrenswert. Wenn Größen wie Zlatan Ibrahimovic, David Beckham, Neymar und Kylian Mbappé zu einem Verein wechseln, dann muss er schon etwas besonderes sein. So erhielt die Marke PSG eine enorme Strahlkraft und internationales Ansehen.

PSG ist kein Fußballverein, PSG ist eine Lifestyle-Marke!


In der Mitte des Logos ragt der Eiffelturm hervor. PSG weiß die Macht ihres Standortes perfekt zu nutzen. Schließlich ist Paris die Stadt der Liebe, der Kultur, der Designer, der Mode und der Lichter. Diese Attribute macht sich PSG in ihrem Markenaufbau und in ihrem Image zu nutze.

Hierbei kommt PSG das junge Alter zu gute. Wie bereits am Anfang des Blogs erwähnt, ist PSG ein sehr junger Verein, der wenig bis keine Tradition vorweisen kann. Der große Vorteil hierbei ist, dass die Marke und der Verein sehr agil sind. Außerdem wird die Marke PSG als cool und jung wahrgenommen.


Wie stark diese Positionierung mittlerweile ist, beweisen prominente Namen wie Justin Timberlake, Will Smith, Travis Scott und Beynoncé, die Klamotten von PSG tragen. Dieses Beispiel zeigt vor allem, dass es sich bei PSG nicht nur um Sportbekleidung handelt, sondern dass man sich eine urbane Mode erwirbt, die einen Glamour Faktor vermittelt.


Was kann man von PSG lernen?

Es wird immer ältere Mitbewerber am Markt geben. Der jüngere hat den Vorteil, dass er agil und jugendhaft agieren kann und nicht mit Traditionen verbunden ist. Außerdem sollte man die Macht seines Standortes nie aus den Augen verlieren und sollte sich diesen auch zunutze machen.

Außerdem ist PSG ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass man in seine Marke investiert. Der ROI (Return of Investment) ist beim Markenaufbau nicht sofort zu sehen, allerdings sind die Erträge über lange Sicht beachtlich! Vor allem sieht man, dass PSG über den Fußball hinausdenkt und von einer Sportmarke zu einer Lifestyle-Marke wurde. Diese Transformation trieb insbesondere der globale Denkansatz voran.

© Bild / Logo, Paris Sait Germain | www.psg.fr

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